zurück zu Bauhaus-Architektur

Durch den Anblick der renovierten Meisterhäuser in Dessau entstand bei mir die Idee, nachzuforschen, ob es an anderen Orten neben der bekannten auch noch unbekannte Bauhaus-Architektur gibt. Bei der Diskussion mit verschiedenen Fachleuten stellte ich fest, dass zu diesem Zeitpunkt kein Überblick über die heute noch vorhandenen Bauhaus-Gebäude existierte - und so machte ich mich auf die Suche, zuerst in Archiven, dann auf meinen Reisen.
Der Begriff Bauhaus-Architektur bedarf natürlich einer Definition: Die in dieser Ausstellung gezeigten Gebäude stammen von Meistern, Lehrern und Schülern des Bauhauses sowie von Mitarbeitern des Architekturbüros von Walter Gropius. Aus einem Zeitraum von der Gründung des Bauhauses 1919 in Weimar bis zu seiner ersten Schließung durch die Nationalsozialisten in Dessau 1932 und zu seiner endgültigen Schließung ein Jahr später in Berlin.
Beim Fotografieren von Architektur interessieren mich besonders die Spuren der Zeit und der Geschichte an und in den Gebäuden, Spuren, die ihre Erbauer und verschiedenen Bewohner hinterlassen haben. Die historische Spannbreite reicht dabei von der Zeit der architektonischen Experimente in den zwanziger Jahren, über die Macht- und Unterdrückungspolitik der Nationalsozialisten, die die meisten Angehörigen des Bauhauses und ihre Ideen in das Exil vertrieben, bis zur visuellen Biederkeit der offiziellen DDR, die dieses Architekturerbe jahrzehntelang ignorierte - aber auch im Westen wurde vieles missachtet und vergessen.
Die Intention dieser Ausstellung ist, das Bekannte wie das Vergessene, das Wiederhergestellte wie das Umgebaute oder Verfallene gleichberechtigt zu dokumentieren und damit ein vollständigeres Panorama der Bauhaus-Architektur im öffentlichen Bewusstsein entstehen zu lassen.


Hans Engels